Samstag, 30. Juni 2012

TETSUO - THE IRON MAN

AUS FLEISCH WERDE STAHL!

Das waren noch Taglines... Rapid Eye Movie, dieser kleine japanischer Kult-Film-Herausgeber aus Köln hat mit TETSUO ein weiteres alternatives Nippon-Meisterwerk auf DVD herausgebracht. Zum Inhalt:

Nach dem bizarren Zusammentreffen mit einem deformierten Metallmensch, beginnt der Körper eines kleinen Büroangestellten zur Maschine zu mutieren. Nach einer schmerzhaften Metamorphose steht er schliesslich dem Verursacher seines Leids gegenüber. Es kommt zu einem erbitterten Kampf, dessen unglaublicher Showdown das japanische Kino revolutionierte.

TETSUO ist ein Film, welcher die Energie und die Bildsprache von David Lynchs ERASERHEAD mit dem Bodyhorror eines frühen Cronenberg mixt. Dazu eine grosse Dosis absurder Humor und Durchgeknalltheit, fein verrührt, abgeschmeckt mit einer Prise Anime-Tentakel-Porno und dem Anspruch, einem eher eklektischen Publikum zu gefallen. Abgiessen und mit einem abgetrennten Ohr servieren. Reservoir Dogs Style.

Guten Appetit.

Wessen Hunger noch nicht gesättigt wäre kann sich sonst gerne auch an der psychedelischen 70er Jahre Splatter Orgie HAUSU gütlich tun. Ein weiteres Schmankerl aus dem Hausu (höhöhö) Rapid Eye Movies. Wer dann noch immer nicht genug hat, versucht sich noch an TAMALA 2010 - A PUNK CAT IN SPACE. Dann aber wirklich gute Träume...











Mittwoch, 25. April 2012

THE AVENGERS by Joss Whedon

Es war an einem gemütlichen Abend im 2008, als ich völlig begeistert aus INCREDIBLE HULK rauslief. Weniger wegen dem zwar unterhaltsamen, aber leicht schalen Film. Nein, Bei HULK hatte es das erste Mal Klick gemacht. Nicht nur die lezte Nach-Credit-Szene mit einem Cameo-Auftritt von Iron Man welcher von einem Team faselte, der ganze Film war gespickt mit Querverweisen auf Captain America, auf Wolverine, auf Iron Man etc. Mir war da zum ersten Mal klar, dass Marvel dabei ist, ein Filmuniversum aufzubauen. Auch die folgenden Filme waren stilistisch aus einem Guss. Action, Unterhaltung und eine gute Prise Humor waren bei allen gegeben. Die Charaktere auch so angeglichen, dass es ohne weitere Probleme möglich wäre, dass ein Hauptcharakter als ein Nebencharakter in einem anderen Film auftauchen könnte.

Als gegenteiliges Beispiel dient zB. das verkorkste Filmuniversum DC. Batman zieht zwar tonnenweise Leute ins Kino, ist aber von der nolanschen Vision zu stark definiert, dass plötzlich Superman oder Green Lantern auftauchen könnte. Es würde nicht passen. Leider.

Und nun ist er da. THE AVENGERS. Der Film, welcher die grossen Filmhelden in einem Team vereint: IRON MAN, THOR, CAPTAIN AMERICA, HULK, BLACK WIDOW, HAWKEYE und NICK FURY.  Eigentlich der erste Superhelden-Ensemble-Film. Hauptrollen? Wer braucht schon Hauptrollen! Die verzwickte Ausgangslage, aus diesem Amalgam von Testosteron die einzelnen Charaktere so weiterzubringen, wie es zum einen in ihrer Rollenmatrix festgelegt ist und zum anderen in ihren entsprechenden Filmen behandelt wurde war äusserst komplex. Sie brauchte eine feste Hand, welche die Rollen gut kannte und sich auch im Comic-Universum zu Hause fühlte. Enter Joss Whedon! Nicht nur ist er bei THE AVENGERS für die Regie verantwortlich, er schrieb auch das Drehbuch. Zak Penn, welcher schon bei X-MEN 2 zeigte, dass er mit vielen Figuren gleichzeitig gekonnt jonglieren kann, war mitverantwortlich für die Story.

Doch zurück zu Joss Whedon. Neben 6 Seasons BUFFY (glaubts mir endlich: super geschrieben!), einer leider verkannten kongenialen Space-Serie (FIREFLY!!!) hatte Joss Whedon eine andere Sache geschafft, welche eigentlich unmöglich war. Nach einem sensationellen Run bei den NEW  X-MEN schloss Grant Morrison sein Epos mit einem Bang ab. Doch ein X-Vakuum sollte sich nicht einstellen. Mit ASTONISHING X-MEN kochte Whedon auf gleicher Hitze weiter und schaffte es, einen vermeintlich toten Charakter in einem Heart in the Mouth-Moment wieder zurück zu bringen. Fans lagen ihm zu Füssen. Und langsam soll sich der gute Herr Gedanken machen, denn nach THE AVENGERS wollen sich ihm noch mehr Leute zu seinen Füssen werfen.

Der Film beginnt ohne lange Introduction. Die kann und muss man sich zwangsläufig in den einzelnen Filmen reinziehen. Das Publikum soll im Vorfeld wissen, warum es diesen Film sehen will. Der Bösewicht wird auch innerhalb der ersten Minuten etabliert. Was dann geschieht ist recht erstaunlich. Der Trailer im Hinterkopf denkt man sich ständig: "Hmmm, wie geht das alles zusammen? Wie geht das auf?" In der Mitte des Films ist man noch nicht wirklich schlauer, da die einzelnen Charaktere ihre Karten noch nicht alle offengelegt haben. Die Integrität der einzelnen Figuren wird teilweise auf eine harte Probe gestellt. Für die Zuschauer ist dies Unterhaltung und Spannung pur. Durch die völlig verschiedenen Sichtweisen auf die Welt und ihren Platz in dieser sind Konflikte zwischen den Hauptfiguren vorprogrammiert. Die Realisation über den Plot kommt auch bei den Zuschauern subtil und schleichend. Nicht wie ein James Bond-Bösewicht, welcher in einer Sequenz dann seine Karten offen legt, dass es auch dem letzten Idioten klar wird, um was es geht. Zudem legt der Film ein rasantes Tempo an den Tag. Vielmals laufen mehrere Plots gleichzeitig ohne jedoch den Fokus zu stark zu strapazieren. Wenn dann im letzten Drittel die Fäden alle zusammenlaufen und die Schlacht um New York entbrennt, zündet der Film sein Feuerwerk. Da die Charakter-Arbeit innerhalb des Filmes so dicht ist, fiebert man empathisch dem Ende entgegen. Durch die Integration einer realistischen Emotionalität können Bay-Busters wie Transformers oder Battleship, wie auch anderes Gerümpel, welches nur visuel funktioniert, einpacken. SO macht man ein befriedigendes High-Concept-Action-Helden-Spektakel. Selten wurde während elaborierten CGI-Action-Szenen so viel Humor eingebaut. Eisgekühlte One-Liners (meilenweit entfernt von üblichem Palaver), visuelle Gags (Hulk vs. Thor nach dem Fällen eines Biestes), Popkultur-Referenzen (GALAGA!!!), charakterorientierte Situationskomik, etc. Es ist fast anbiedernd, wie einem der Film unterhalten möchte. Das Problem dabei... er tuts!

THE AVENGERS ist neben KICK-ASS und SCOTT PILGRIM VS. THE WORLD eine der besten Comic-Adaptionen. Im Film ist alles drinn, was man sehen möchte, was man sehen wollte, was man sich gewünscht hat. Komplettes Fanboy-Pleasing! Doch er bietet noch viel mehr. Gräbt man ein wenig tiefer, entdeckt man besprochene Themen und Nuancen, welche in einem Film in dieser Grössenordnung immer wie seltener werden. Wer also ein wenig Spass hatte an den bisherigen Marvel-Filmen, dem leg ich AVENGERS aber so was von ans Herz! Und bleibt sitzen! BLEIBT UM HIMMELS WILLEN SITZEN!!!! Die Abspann-Sequenz hats auch diesmal in sich!!!


Donnerstag, 15. März 2012

JOURNEY (PS3)

Alle paar Jahre kommt ein Spiel daher, welches von Grund auf anders funktioniert als Genre-Giganten. THATGAMECOMPANY ist eine dieser spannenden Indie-Game-Schmieden, welche von Sony direkt unterstützt werden. Mit dem Spiel FLOWER wussten sie den 6-Axis-Controler optimal einzusetzen, so dass man mit der Bewegung der Hand einen Windhauch steuert und die Natur in urban zersetzte Landstriche zurückbringt.

JOURNEY nun ist Poesie und Emotion in konzentrierter Form. Ein Licht fällt vom Himmel und so steht man nun da. Als ikonische Figur in einer Wüste. Alleine mit seltsamen Steinen, welche die Assoziation zu Gräbern erwecken. Die Sonne brennt und im Hintergrund erahnt man einen Berg welcher ein Licht gegen den Himmel strahlt. Intuitiv ist klar, dass dies das Ziel sein wird und somit begibt man sich auf den beschwerlichen Weg.

Und hier beginnt eine Reise in eine Welt voller Geheimnisse. Nichts wird erklärt, keine Huds stören den Spielfluss, vieles bleibt auch am Schluss rätselhaft. War es bei FLOWER noch der Einsatz des 6-Axis, ist der thematische Schwerpunkt bei JOURNEY der Online-Aspekt. Denn schon im ersten Kapitel trifft man auf eine gleiche Figur, welche scheinbar den gleichen Weg vor sich hat. Gemeinsam erforscht man den Weg oder lernt von seinem Gegenüber. Da dies auch wieder ohne Sprache, ohne eine aktives Vernetzt sein auskommt, wird zu dieser zweiten Spielfigur eine emotionale Bande geknüpft, welche in Spielen seinesgleichen sucht. Es ist somit das erste anonyme Online-Spiel, welches ohne Geschichte einen emotionalen Zustand erforscht. Erst am Schluss des Spieles erfährt man, mit wem man alles die Ehre hatte, diese Reise anzutreten. Denn falls sich der Spielpartner zu weit entfernt, verlinkt dich das Spiel mit einem neuen Spieler, welcher im Moment in dieser Umgebung ist. Automatisch und im vollkommenen Spielfluss. Die Auswirkungen dieses Tricks sind unglaublich. Da sich der Fokus während des Spiels auf eine Figur konzentriert, empfindet man eine Art Freundschaft mit allen Spektren der Gefühle. Wenn man plötzlich alleine in einem dunklen Gang steckt, fühlt man sich auch einen Moment alleine gelassen und man freut sich, wieder einen Spielpartner zu finden. Und je beschwerlicher der Weg ist, je mehr man um jeden Schritt kämpft, umso stärker ist das Endgefühl, es gemeinsam geschafft zu haben.

Dies ist auch im Sinne der Programmierer, denn innerhalb der Einfachheit der Präsentation verbirgt sich ein hochphilosophischer Ansatz über den persönlichen Lebensweg und das Überwinden der eigenen Hürden.

Was THATGAMECOMPANY in diesen ca 80 min Spielzeit abliefern ist schlicht und ergreifend sensationell. Wenn sich im letzten Abschnitt die Freudentränen sammeln, weiss man, das man hier etwas wirklich Besonderes gespielt hat. Und die Freude schon bald wieder eine neue Reise zu begehen, um so noch mehr über die Welt zu erfahren, kennt keine Grenzen!


Dieser ältere Clip, welcher letztes Jahr an der E3 vorgestellt wurde, ist zwar schon älter, doch bringt er die Faszination auf einen Punkt. Technisch ist es im Endprodukt noch ein wenig geschliffener...

Montag, 5. März 2012

BESTENLISTE Musik 2011

Tja, wie die Zeit vergeht... Auch in diesem Jahr geht der Trend weiter, vielmals sehr spezifisch Musik gekauft zu haben. Ob es dran liegt, dass meine Soundbibliothek langsam in allen Ecken irgendwo ein besseres Beispiel für neue Bands bietet oder ob iTunes-Selektionen zu Gunsten ganzer Alben favorisiert werden. Darunter leidet die Fülle der Auswahlmöglichtkeiten. Dafür waren diese alle auf einem so hohen Niveau, dass es länger dauerte, meine persönliche Bestenliste zu küren. Doch dies ist EEEEEENDLICH geschehen. Doch um der veränderten Grundlage Rechnung zu tragen, wurde fürs 2011 die Liste Musik Kurz auf 20 Positionen erweitert.


MUSIK LANG


RADIOHEAD: The King of Limbs
GIL SCOTT-HERON & JAMIE XX: We're new here
JUSTICE: Audio, Video, Disco
OTHER LIVES: Tamer Animals
ONEOHTRIX POINT NEVER: Replica
AFRICA HITECH: 93 Million Miles
FLEET FOXES: Helplessness Blues
KING MIDAS: Without You
ACTIVE CHILD: You are all I see
COPY & PASTE: Faire du Bruit




MUSIK KURZ


JAMES BLAKE: Limit to your Love
OTHER LIVES: For 12
BJÖRK: Mutual Core
HUDSON MOHAWK: Thunder Bay
ADELE: Rolling in the Deep (Jamie XX shuffle)
LITTLE DRAGON: Please Turn
JOHN MAUS: Cop Killer
CHA CHA, KODE9 & THE SPACEAPE: Black Smoke
THE RAPTURE: How deep is your Love
BATTLES: Ice Cream
M83: Midnight City
ACTIVE CHILD: Hanging on
SVENETUS FLOS: Woodstock
PARK QUINTET: Harde Puntjes
LYKKE LI: I Follow Rivers
ANTONY AND THE JOHNSONS: Swanlights (Oneohtrix Point Never Re-Mix)
WYE OAK: Civilian
WHEN SAINTS GO MACHINE: Konkylie
ARCTIC MONKEYS: Don't sit down 'cause I've moved your chair
YELLE: Safari Disco Club




Tja, was kann ich sagen... RADIOHEAD habens bei mir nach Jahren sensationeller Alben auf den Topplatz geschafft. Im 2011 trugen sie alle Tendenzen, welche mich musikalisch interessierten in ein Album zusammen. Wenn man sich die Musik Kurz Liste anschaut und sich musikalische Fäden spinnt, vernetzen diese sich im THE KING OF LIMBS. Ausser vielleicht SAFARI DISCO CLUB. Aber der ist einfach Fun.


Donnerstag, 9. Februar 2012

FINAL FANTASY XIII-2 (Zwischenbilanz nach 23 Stunden Spielzeit)

Entgegen allen Unkenrufen, welche bei jedem neuen Final Fantasy ja eh immer sehr laut sind, schlug Final Fantasy XIII vor allem auf der Playstation 3 ein wie eine Bombe. Ganz im Zeichen der neuen Vernetzung hat Square-Enix schon weit im Vorfeld informiert, dass es neu zum Konzept gehört, mit jeder neuen Nummer ein Universum zu erschaffen. Eigentlich nichts neues. Doch der Unterschied liegt wie immer hinten links. Bei der Ankündigung von FF XIII wurden gerade noch weitere Titel innerhalb des gleichen Universumes angekündigt. Final Fantasy XIII Versus zum Beispiel... Diese zusätzlichen Titel sollen zur Vertiefung der Mythologie beitragen, wie auch eigenständige Titel sein. Das bekannteste Beispiel ist zu finden bei Final Fantasy VII, dem Über-RPG aus den 90er, welches pünktlich zum Jubiläum mit verschiedenen Handlungssträngen und geschichtlichen Fortsetzungen bereichert wurde. Teils als Spiel, teils als Film, teils als Handy-Game und teils als Roman.

Anfangs Februar kam nun die direkte Fortsetzung zu FF XIII. Die Geschichte knüpft direkt an den ersten Teil an und irgendwie doch nicht. Erklärung: Es wird munter fröhlich in der Zeit herumgesprungen. Mal zwei Schritte vor, dann wieder drei zurück und ja nicht vergessen, mal seitwärts zu gucken. Durch die übersichtliche Benutzeroberfläche inkl. Kurzzusammenfassungen (englische Stimme: Judie Dench?), was an dem Ort in der Zeit grade läuft, bleibt der Überblick recht gut bestehen. Zeitsprungtechnische Paradoxe werden in der Story teilweise wunderschön umgesetzt. Wie beispielsweise in einem unkillbaren Endgegner, da dieser ständig in der Zeit zurückspringt um sich selber zu erschaffen. Kopfweh-Material. Herrlich trashig und irgendwie auf den Punkt. Inklusive einer guten Dosis Kitsch und Pathos. Genau so, wie wir Final Fantasy lieben.

Grafisch gibt es nix zu mekern. Die einzelnen Spielabschnitte sind liebevoll gestaltet und mit vielen Details angereichert. Und wenn das Steppengras sich bei einer Böe so richtig schön im Wind wiegt, während man nach frischen Items forscht, vergisst man sehr schnell die im Moment zu kalte Realität (-15°??? Waddafugg!!!). Die Welt ist auch kongruent mit vielen Abschnitten des Vorgängers und doch fügen sich die neuen Orte schliessend mit ins Bild.

Spielerisch gibt es Änderungen. Viele davon sind positiv. Man hat das Gefühl, Square hätte der Kritik am FF XIII aufmerksam gelauscht. Das Spiel fängt hier von Anfang an Spass zu machen. Die Möglichkeiten des Kampfsystems, welche mühsam freigespielt werden mussten, sind von Anfang an zugänglich und es macht grosse Laune, die Strategien, die Paradigms neu zu tweaken. Vor allem gibt es ein paar spannende neue Optionen, welche die Unzufriedenheiten bisher vollständig ausmerzen konnten. Wer jedoch mit dem Kampfsystem im Vorgänger nicht klar kam, wird hier auch nicht neu Freund werden...

Eine weitere Neuerung ist die Wahl des dritten Paradigm-Charakters. Mit zwei spielbaren Charakteren hat man ja noch nicht alle Möglichkeiten um die Rollenauswahl wirklich stark zu beeinflussen. Ein dritter Streitpartner muss her. Und die kommen. In Scharen. Jagdfreundlich... Mit einem pikachuigen Pokemongruss lassen sich neu besiegte Monster zum Mitkämpfen einspannen. Jedes dieser Monster lässt sich separat leveln und schön in der Manier der Shin Megami Tensei-Serie fusionieren um so die gelevleten Fähigkeiten einem anderen Monster zur Verfügung zu stellen. Als altem Rollenspiel-Recken macht mir dies recht grossen Spass. Und da ich die Komplettlösung mit den Strategien noch nicht hab, ist es lustig zu sehen, mit welchen Kreaturen man dann wirklich kämpft. Ein letzter Kommentar zum Kampfsystem: die Zufallskämpfe sind zurück. Irgendwie hab ich mich drüber gefreut. Old School Feeling pur...

A propos Old School Feeling. Mögt ihr euch in FF VII noch an Gold Saucer erinnern? Dem Vergnügungspalast? Der ist zurück! Inklusive Chocobo-Races und zukünftig downzuloadendem Material.

Durch die Auswirkungen der erzählten Geschichte in der Timeline spielt man sukzessiv Level für Level frei. Dies sprengt die zu stark motivationsschwächende Linearität des ersten Teils. Nicht nur das. Durch die Möglichkeit, jederzeit zu speichern und in eine andere Zeitebene oder Paralellwelt (freigeschalten, wenn man die Geschichte verändert) zu springen, geniesst man ungeahnte Freiheiten. Grinden wird so zum Kinderspiel, da sich immer irgendwo Monster finden, welche grad dieses Mü stärker sind als die Spielcharaktere. Als ich nach einigen Stunden munteres Erforschen wieder zur Geschichte zurückfand, waren die Kämpfe fast schon einfach... Doch genau so soll es sein. Springt man zurück an den vorigen Schauplatz, muss man nicht das ganze Level wieder durchgehen sondern kann dort weiterspielen, wo man damals die Timeline gewechselt hat.

Ob der zweite Teil für sich alleine stehen kann? Ich denke eher nein. Die Geschichte aus dem ersten Teil wird zwar zusammengefasst, doch die Komplexität wird übersichtlicher innerhalb des Spielflusses. Auch die zwischenmenschlichen Vorgeschichten der Charaktere, was ja ein grosser Teil der Faszination FF ausmacht, kommt somit viel zu kurz. Auch spielerisch wirds schwierig. Die Linearität des ersten Teils liess sich aushalten, da man sehr sanft und Schritt für Schritt in das Kampfsystem eingeführt wurde. Diese Einführung machte es möglich, im Schlussteil des Spieles richtig loszulegen und die Entwicklungsstrategie der Charaktere zu bestimmen. In der Fortsetzung wird man von Anfang ins tiefe Wasser gestossen. FF XIII -Spieler finden sich innerhalb von Minuten zurecht und erforschen die neuen Möglichkeiten. Ein neuer Spieler muss erst mal Boden unter den Füssen kriegen.

Meine Daumen sind beide oben für ein frühes Highlight der Spielesaison 2012!

Dienstag, 3. Januar 2012

Jahresrückblick 2011

Der Jahresrückblick wird sich dieses Jahr ein wenig verzögern. Da vor allem im Musikbereich in letzter Minute noch ein paar Trouvaillen gefunden wurden, welche noch gebührend getestet werden müssen:

Nichtsdestotrotz, hier schon mal ein paar fixe Highlights:


FILM DES JAHRES
Melancholia
Runner ups: Thor


INSZENIERUNG DES JAHRES (Theater)
Hush no More (Theater Basel)


INSZENIERUNG DES JAHRES (Oper)
Wozzeck (Theater Basel)


MUSIKVIDEO DES JAHRES
Justice: Civilization


REMIX DES JAHRES
Adele: Rolling in the Deep (Jamie XX Shuffle)


KONSOLENSPIEL DES JAHRES
The Baconing (PS3)






Mittwoch, 30. November 2011

Marvel-Universum und WOLVERINE AND THE X-MEN

Marvel hatte ein wenig ein Nachsehen. DC wirbelte mit Flashpoint und den New 52 mächtigen Staub auf. Der Hype war berechtigt und die Neu-Nummerierungen motiviert. Schon nur die Eier, 52 alt-neue Nummer 1 Hefte in einem Monat auszuliefern und auch alte Dinosaurier wie Action Comics komplett zu überdenken grenzt an Grössenwahn. Die müde Geste Marvels, ihre Hefte stolz als "still number xxx" zu bewerben war ein debiler Versuch, die Leute zu behalten. Continuity war nie die Stärke Marvels, der Hype um Bendis langsam aber sicher am Verebben (Matt Fraction versuchte sich dieses Jahr an FEAR ITSELF... Ergebniss: Naaaja... Das spannendste dabei war eigentlich die Ankündigung der Rückkehr von Phoenix). Langsam merkt man die Hauer der Zeit, wenn alles immer so massiv hochgehyped wird und es nur halb einlöst um es nach 1-2 Jahren wieder halb zu vergessen. Beispiel? House of M! Wanda Maximov flüstert "No More Mutants...". Viele Mutanten verlieren ihre Kräfte. (Warum nicht alle? In den von mir gelesenen Serien wurde darüber kein Wort verloren...) Die Mutantenzahl sinkt weltweit drastisch auf weniger als 500. Ein paar Jahre später? Es gibt eine neue Serie um das Schicksal Wandas, es rennen gefühlt tausende Mutanten rum, darunter auch viele, welche erst gerade ihre Kräfte eingebüsst haben. Vieles wurde in Nebenserien erklärt und es braucht viel Netz-Geduld, dann rauszufinden, was wo warum passierte. Da einige Creators dann auch komplett aneinander vorbeiarbeiten, gibt es immer wieder Lücken. Kann mir jemand zB. genau erklären, wie Magneto zu vollem Umfang wieder zu seinen Kräften kam? Eben... Schlussendlich ist ja auch egal wie, Hauptsache dass! Mich nervt dann jeweils die verpasste Chance, etwas wirklich spannendes zu schaffen.

Nun zum jüngsten Beispiel und einem Loblied auf eine neue Serie. SCHISM war auch so was, dass man leicht verpassen konnte. Eine Miniserie, welche die X-MEN-Bücher komplett verändert. Schön und gut. Aber warum eine Miniserie und nicht einfach innerhalb der UNCANNY X-MEN? Kapitalismus pur. Anyway... Die X-Men sind neu gesplittet in zwei grosse Fraktionen: San Franciscos Utopia unter der Leitung von Cyclops (UNCANNY X MEN) und die alte Prof X-Schule neu unter dem Namen Jean Grey School for Higher Learning mit den neuen Headmasters Wolverine und Kitty Pride.

Die neue Nummer 1 (!), geschrieben von Jason Aaron und gezeichnet vom unglaublichen Chris Bachalo (welcome back, Sir!) bringt vor allem einen Aspekt zurück ins Marvel-Universum, welchen ich seit Jahren vermisste: Spaaass! Und viel davon. Das ganze Heft ist gespickt von guten Einfällen, die Charakter-Arbeit ist Top-Notch und nach der Lektüre hat man sowas von Lust auf mehr, dass ein Monat sich plötzlich wieder in die Länge zieht. Mag sich noch jemand erinnern an GENERATION X in den 90ern? Erinnert ihr euch an diese paar magischen Ausgaben, wo sich einfach alles richtig anfühlte? DAS ist die Grundlage für den momentanen WASTE THE LIGHT-Hype-Comic 2011!!! Kauft ihn bitte alle, so dass Marvel vielleicht eeendlich Bendis feuert und dafür mehr solches Material abliefert.