Donnerstag, 15. März 2012

JOURNEY (PS3)

Alle paar Jahre kommt ein Spiel daher, welches von Grund auf anders funktioniert als Genre-Giganten. THATGAMECOMPANY ist eine dieser spannenden Indie-Game-Schmieden, welche von Sony direkt unterstützt werden. Mit dem Spiel FLOWER wussten sie den 6-Axis-Controler optimal einzusetzen, so dass man mit der Bewegung der Hand einen Windhauch steuert und die Natur in urban zersetzte Landstriche zurückbringt.

JOURNEY nun ist Poesie und Emotion in konzentrierter Form. Ein Licht fällt vom Himmel und so steht man nun da. Als ikonische Figur in einer Wüste. Alleine mit seltsamen Steinen, welche die Assoziation zu Gräbern erwecken. Die Sonne brennt und im Hintergrund erahnt man einen Berg welcher ein Licht gegen den Himmel strahlt. Intuitiv ist klar, dass dies das Ziel sein wird und somit begibt man sich auf den beschwerlichen Weg.

Und hier beginnt eine Reise in eine Welt voller Geheimnisse. Nichts wird erklärt, keine Huds stören den Spielfluss, vieles bleibt auch am Schluss rätselhaft. War es bei FLOWER noch der Einsatz des 6-Axis, ist der thematische Schwerpunkt bei JOURNEY der Online-Aspekt. Denn schon im ersten Kapitel trifft man auf eine gleiche Figur, welche scheinbar den gleichen Weg vor sich hat. Gemeinsam erforscht man den Weg oder lernt von seinem Gegenüber. Da dies auch wieder ohne Sprache, ohne eine aktives Vernetzt sein auskommt, wird zu dieser zweiten Spielfigur eine emotionale Bande geknüpft, welche in Spielen seinesgleichen sucht. Es ist somit das erste anonyme Online-Spiel, welches ohne Geschichte einen emotionalen Zustand erforscht. Erst am Schluss des Spieles erfährt man, mit wem man alles die Ehre hatte, diese Reise anzutreten. Denn falls sich der Spielpartner zu weit entfernt, verlinkt dich das Spiel mit einem neuen Spieler, welcher im Moment in dieser Umgebung ist. Automatisch und im vollkommenen Spielfluss. Die Auswirkungen dieses Tricks sind unglaublich. Da sich der Fokus während des Spiels auf eine Figur konzentriert, empfindet man eine Art Freundschaft mit allen Spektren der Gefühle. Wenn man plötzlich alleine in einem dunklen Gang steckt, fühlt man sich auch einen Moment alleine gelassen und man freut sich, wieder einen Spielpartner zu finden. Und je beschwerlicher der Weg ist, je mehr man um jeden Schritt kämpft, umso stärker ist das Endgefühl, es gemeinsam geschafft zu haben.

Dies ist auch im Sinne der Programmierer, denn innerhalb der Einfachheit der Präsentation verbirgt sich ein hochphilosophischer Ansatz über den persönlichen Lebensweg und das Überwinden der eigenen Hürden.

Was THATGAMECOMPANY in diesen ca 80 min Spielzeit abliefern ist schlicht und ergreifend sensationell. Wenn sich im letzten Abschnitt die Freudentränen sammeln, weiss man, das man hier etwas wirklich Besonderes gespielt hat. Und die Freude schon bald wieder eine neue Reise zu begehen, um so noch mehr über die Welt zu erfahren, kennt keine Grenzen!


Dieser ältere Clip, welcher letztes Jahr an der E3 vorgestellt wurde, ist zwar schon älter, doch bringt er die Faszination auf einen Punkt. Technisch ist es im Endprodukt noch ein wenig geschliffener...

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